Anna’s Weblog


K.I.S.S. – Environmental topics in PR and mass media
November 6, 2009, 2:26 pm
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If you know me, you know that I don’t get agitated or upset very easily, since there are only a few topics I really, really, really care about from the bottom of my heart. One of them is: the depiction of environmental matters in mass media.

Very often does it happen, that I see articles about reforestation, climate change, carbon sinks or Kyoto, that contain not only horrible mistakes, but also really bad wording. Today I came across this press release by the Nürnberg airport. The following wording appears:

“Die dafür erforderlichen detaillierten Kenntnisse des Bestandes wurden durch umfangreiche Untersuchungen bereits im Vorfeld ermittelt und von den zuständigen Fachleuten der Behörden gewichtet: Demnach werde sich das Erscheinungsbild des gewohnten Kiefernwaldes zwar zugunsten des Mischwaldes verändern, die ökologische und ökonomische Qualität, der Erlebniswert und die klimatische Stabilität aber verbessert. Geschäftsführer Krüger spricht von einer „nachhaltigen und zukunftsfähigen Maßnahme“.

I really do ask myself, whether the author of this release understood what s/he was actually writing about. Because, honestly, this is neither an information, nor German language. The solution could be K.I.S.S. “Keep it simple, stupid!”

How about:

“Fachleute und Behörden untersuchten den Wald und entwarfen einen Plan, der das Waldbild zukünftig nachhaltig ändern wird: Aus einem Kiefernforst wird nun über mehrere Jahrzehnte hinweg ein artenreicher Mischwald entstehen. So werde die Waldfläche nicht nur ökologisch aufgewertet, auch könne man durch das wertvollere Laubholz später bessere Preise beim Holzverkauf erzielen. Außerdem werde der Mischwald auch für den Waldbesucher attraktiver und könne extremen Witterungen, wie etwa Stürmen und Orkanen, besser Stand halten.”



Einmal ’schäl Sick’ und zurück
August 20, 2009, 4:35 pm
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Weil ich beruflich in NRW zu tun hatte und Köln nur noch 120 km von dort entfernt war (und aus anderen, viel wichtigeren Gründen), war ich neulich “kurz in Köln”. Dort hängen Plakate der Horst Schlämmer Partei (HSP) neben den regulären Wahlplakaten an Litfasssäulen, Straßenlaternen und Werbewänden. Sie fügen sich ins wahlkampfgelittene Stadtbild, als wäre das alles völlig ernst und richtig. Auf der Rückfahrt nach Leipzig, mit einem Tunesier und einem Pärchen von der Elfenbeinküste, fiel mir auf, wie seltsam die deutsche Wahl- / Werbeplakatlandschaft auf Ausländer wirken muss, die ja nun überhaupt nicht wissen, dass Horst Schlämmer nicht wirklich kandidiert. Geschweige denn, wer Horst Schlämmer ist, und was er eigentlich vom deutschen Wähler / Kinogänger will.

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Unser täglich Zuckerbrot und Peitsche
June 6, 2009, 4:25 pm
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Bilder sagen mehr als Worte, sagt man, und in den Tageszeitungen werden sie genutzt um den bedeutungsschwangeren Worten mehr Ausdruck zu verleihen. Fotos in Tageszeitungen sind wichtig. Schöne Zeitungsfotos sind eher selten. Um so mehr freut man sich, wenn man eins erblickt, bei dem man den Fotograf vor Freude spontan umarmen könnte. Zum Beispiel das Foto des fliegenden Barca Trainers nach dem Championsleague Spiel gegen ManU:

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Aber wieviel Geld ist ein Foto wert, was mehrere tausend Mal gedruckt und doppelt bis dreifach soviel betrachtet wird? 

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Wenn den kleinen Vöglein die Puste ausgeht
March 24, 2009, 4:50 pm
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dann sieht das entweder so aus:

wenn-die-puste-fehlt

und nennt sich ganz simpel “Twitter is over capacity” oder so:

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Did you know?
February 5, 2009, 6:06 pm
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Since I am finally working on my maps, including some waiting time for ArcGIS to finish sessions, I came across this little … quite informative … piece of supposively fact agglomeration. Have fun and don’t scare:

And if you think “WOW! … scary stuff, eh?” and you’re looking for some news from the opposite direction, enjoy this (which is in German btw.).



Kassensturz in der Regie – Tatort ohne Farbe
February 2, 2009, 1:20 am
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Foto SWR

Vor vier Jahren beklagte sich Ulrike Folkerts über schlechte Drehbücher beim Tatort und dass ihr der Tatortstoff  “manchmal zu seicht” sei. “Sozialkritischer” könnten ihre Stories sein, ja, das würde sie sich wünschen. Zwar sind seitdem die Skripte nicht wesentlich besser geworden, aber sozialkritisch war der letzte Ludwigshafener Tatort “Kassensturz”, bei dem es um die Arbeitsbedingungen in Filialen der Niedrigpreislebensmittelgeschäfte (kurz: Discounter) geht. “Billy” heisst die Kette stellvertretend für Aldi, Lidl, Netto und Co.

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Oh, mein Gott!
October 18, 2008, 8:24 pm
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Kann das schon Alterssenilität sein? Mit 67?



Ich, der Fink und du, der Zeisig
October 16, 2008, 9:32 am
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Wenn Namen, Ämter, Positionen oder Vorlieben von sogenannten ‘Promis’ immer und immer wieder in der gleichen Kombination in den Audio- und Printmedien auftauchen, brennen sie sich in unser neuronales Netz wie Kaugummi in den Asphalt. Die Person wird mit etwas verknüpft, was irgend wann einmal aus irgend einem Grund berechtigt oder unberechtig relevant und berichtenswert war: Merkel – die Kanzlerin; Ballack – die Wade der Nation; Madonna – die Popdiva; Meister Reineke – der Fuchs, Raimund Ringele – “Mein Traum ist zerstört” und Reich-Ranicki – der Literaturpapst und neuerdings auch der “wütende, alte Mann“.

Helge Schneider hat es in einem imaginären Duett mit Udo Lindenberg geschafft, 1.) in nur 3 Minuten Songlänge eine neue Verknüpfung zu generieren und sie uns 2.) für immer ins Ohr zu spülen. Udo Lindenberg, der Fink und Helge Schneider, der Zeisig. Der Nuschelhamburger – Fink; der Blödelbarde, Zeisig.

Das ging so: “Ich der Fink und du der Zeisig, du der Fink und ich der Zeisig, ich – Fink und du Zeisig. – Weiß ich.” 3 Minuten!

Obama – der Demokrat; McCain – der Republikaner, der Republikaner – McCain; der Demokrat – Obama. Soweit alles klar. (Die Nummer läuft ja schon seit knapp einem Jahr.)

… allerdings nicht für web.de:

Kaffee alle?



Guess who just offered me to play in the band?
October 9, 2008, 2:11 pm
Filed under: Media, Süddeutsche Zeitung | Tags:

Yes, damn right:

And I can even pick a date for my appropriate starting time. This is going to be celebrated today @ Spookys with some Martinis, Manhattens and as many Cosmopolitans I can drink. (The off-drug rule will be briefly intermitted.)



Michael Dukakis über ‘das Verlieren’

Die aktuelle Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung lädt zu einem verlängerten Frühstück ein und zwar: nicht unter 2 Stunden, so großartig ist sie. Als ob die Redaktion den Tag der Einheit genutzt hätte um eine noch bessere, noch unterhaltsamere, noch relevantere Ausgabe zu kreieren. Ich bin begeistert. Ganz besonders schön ist das Interview mit Michael Dukakis, US Präsidentschaftskandidat 1988 gegen George Bush Senior. Er wird zum Thema “Verlieren” interviewt und sagt unter anderem diese folgenden, besonderen Worte:

(SZ) Amerika geht sehr brutal mit seinen Verlierern um.

(MD) Sehen Sie: Wir sind alle Freiwillige. Niemand verlangt von uns, dies zu tun. Wir Amerikaner mögen Gewinner und mögen keine Verlierer. Nichts Ungewöhnliches daran. Wenn Sie gewinnen, sind Sie der Präsident der Vereinigten Staaten. Great. Der wichtigste Führer der Welt. Wenn Sie verlieren, dann verlieren Sie halt. Seien Sie nicht überrascht, wenn einige Leute dann unglücklich sind. Und selbst wenn Sie verlieren, so verbleiben Sie doch in einer Position, die Ihnen erlaubt, einige sehr beeindruckende Dinge zu tun.  [...]

Was er – meiner Meinung nach – damit sagen will, ist: a rose is a rose is a rose (Gertrude Stein). Nichts mehr und nichts weniger. Der Wahlkampfverlierer ist ein Wahlkampfverlierer und kein ‘Verlierer auf der ganzen Linie’. Er wird auch nicht mit faulen Eiern beworfen oder ausgebuht. Und selbst wenn; er stirbt nicht. Das Einzige was man über ihn sagen kann, ist dass er ‘lediglich’ die zweitgrößte Absicht hatte den Wahlkampf zu gewinnen… oder ein bisschen weniger ehrgeizig war. Na und? Er hat freiwillig kandidiert und damit freiwillig gewählt auch verlieren zu können: und verloren. So wie Sarah Palin freiwillig jede Situation der Blöße wählt, glücklicherweise nur der geistigen. Auch wenn Bette Middler das anders sieht.

Schließlich gibt es auch noch jemanden, der zwei Mal zum Präsidenten gewählt worden ist und jetzt wie ein ‘Verlierer auf der ganzen Linie’ da steht, es aber genau genommen nicht ist. Er war nur nicht integer, hat Dinge versprochen, die er nicht halten wollte.  ‘Didn’t walk his talk’ wie der Amerikaner sagen würde. Said ‘A’, meant ‘B’, did ‘C’. Die Wahrheit ist: Seine Absicht war groß genug Präsident der Vereinigten Staaten zu sein und nicht groß genug sein Amt als ein tatsächlich großer Präsident zu bekleiden. Vielleicht hat ihm die blanke Hülle von 8 Jahren Regierungszeit ausgereicht: ein kokettierender Din-A-1 Umschlag im Dauermailing, ein ewig krähender Hahn auf einem immer größer werdenden Haufen Mist.

Die Wähler und damit die Vereinigten Staaten von Amerika wollten (=wählten) zwei Mal sogar genau diesen Präsidenten und sei es der Erfahrung wegen. Jetzt haben sie zwei Legislaturperioden lang eine Bandbreite von Erfahrungen sammeln können, die andererorts eines Vierteljahrhunderts bedürfen und das ist ein Riesenvorteil: Auf der Basis dieser Erfahrungen können sie neu wählen. Einstein sagte mal -nicht ganz wertfrei-: “Es gibt kein sichereres Zeichen von Irrsinn, als das Selbe immer und immer wieder zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.” Mich würde es nicht wundern, wenn Herr McCain und Frau Palin den Misthaufen vergrößern dürften.

Wie auch immer. Detlef Esslinger hat ein sehr gutes Interview mit Michael Dukakis geführt und damit das brilliante ‘Wochenende’ glänzend aufpoliert, welches übrigens auf der ersten Seite mit Leonard Cohen beginnt: Das sollte eigentlich schon als Grund reichen die Ausgabe zu kaufen.

Darüberhinaus läuft Evelyn Roll in ihrer Französischen Straße auf Krücken zur Höchstform auf und schreibt seit langem mal wieder etwas sehr Schönes. (Zugegeben: Ich vermisse immer noch Juan Moreno.) Obwohl ich wirklich sehr hoffe, dass ihre Kolumnen nicht autobiografisch sind, wünsche ich mir paradoxerweise ein wenig, dass sie sich tatsächlich das Kreuzband gerissen hat, denn vielleicht stimmt es was man über Künstler sagt: sie müssen leiden um gut zu sein. Dann sollte sie ihre Krücken um Gottes Willen nicht weg tun. Ich würde ihr auch helfen sich ab und zu ein Kreuzband oder eine Achillessehne zu zerren. Ja, um die Qualität der SZ-Kolumnen zu steigern, würde ich die 500 km Autofahrt nach Berlin gern auf mich nehmen. Wir könnten auch sofort einen Termin machen, die Evelyn und ich. Wir wär’s denn mit dem 18. Oktober? Da bin ich sowieso in Berlin. Evelyn, meld dich doch einfach. Ich komme dann in der Französischen Straße vorbei.