Annas Weblog


Krasse Berliner Character: Fil ohne Sharkey im Babylon, Berlin
January 6, 2009, 6:11 pm
Filed under: Fun, Travels | Tags: , , , , , , ,

img_43821

Warum sich Thomas – live-aus-dem-Quatsch-Comedy-Club-der-Hauptstadt – Hermanns in die Ecke stellen und schämen sollte, wird in diesen Tagen nach einem Besuch im Babylon Theater Berlin klar. Dort präsentiert der Comic Zeichner und Comedian Fil traditionell zum Jahreswechsel sein neues Programm.

Weshalb er es als etablierter Komiker noch nicht in die Deutsche TV-Comedy Landschaft geschafft hat, ist unklar. (Vielleicht sollte ich mich aber auch selbst in die Ecke stellen und schämen weil ich nicht genügend recherchiert habe und er doch irgendwie, irgendwann und irgendwo mal im Quatsch Comedy Club aufgetreten ist.) Vielleicht will er aber auch nicht, die Deutsche TV-Comedy Landschaft ist nun auch nicht gerade vergleichbar mit SNL oder Letterman, und schließlich tummelt er sich bereits auf einer Vielzahl von Kleinkunstbühnen (“Mehringhoftheater, Babylon Kino, Mehringhof…”) und das reicht ja auch aus. Berlin ist groß. Unmöglich kann man da zu jeder Zeit an jedem Ort sein.

Der feuchte Gebieter” nennt Fil sein Programm und da es momentan in der Hauptstadt “krass in” zu sein scheint, Dinge zu benennen und sie mit einem anderen Inhalt zu füttern, ist auch hier nicht drin, was draufsteht und der Programmtitel zunächst allenfalls abschreckend. Das aber nur, wenn man Fil’s Comics Didi & Stulle nicht kennt und / oder Fäkalhumor ablehnt. Kurz: Die eigentliche Vorführung hat nichts mit dem Programmtitel zu tun.

Während Fil vor zwei Jahren noch im Indianerkostüm und mit seiner Handpuppe Sharkey auftrat, ist er dieses Jahr ohne Sharkey und als “offensichtliche Pipi Langstrumpf” mit eigenem “abgründigen” Touch unterwegs. Sein Programm umfasst – wie immer – im Wesentlichen nichts Besonderes. Er unterhält einfach sein Publikum – und das aufs Beste.


Was sich Fil von seinem Publikum … und von seinem Programm verspricht 

Sehr gern zieht er über die Neuberliner Schwaben her “Schwabe, sag, wann bist du ein Berliner? […] Wie lange muss ein Huhn durch den Wald laufen, bis es ein Fuchs wird?“, erklärt die Wiege seiner Kindheit, das Märkische Viertel “MV, Alter, yeäähh!“, reflektiert die 80er Jahre, zieht absurde Vergleiche zwischen prominenten Quizmoderatoren und männlichen Geschlechtsteilen oder singt verflossenen Beziehungen nach. Im Mittelpunkt steht immer er selbst, ob als lausiger Liebhaber oder negierender Muttersohn, ob als erfolgloser Comic Zeichner oder mittelmäßiger Comedian. Seine Masche ist stets das Understatement und der wird man selbst nach zwei vollen Stunden nicht überdrüssig.


Fil singt “Miriam” (Sound wird nach und nach besser)

Tickets gibt es für 15 bis 25 Euro an jeder Berliner Ticket-Vorverkaufsstelle und an der Abendkasse. Es lohnt sich. Wirklich. Vielleicht möchte Herr Hermanns dort auch einmal aufschlagen. Eine Bereicherung für seinen Quatsch Comedy Club wäre Fil allemal.

(Gebloggt heute im Lokalzeitungsstil für eine besondere Berliner Dame)


2 Comments so far
Leave a comment

100% Zustimmung!!!
Wir haben als Touri-Gruppe Berlin besucht und sind auf Verdacht zu FIL gegangen.
Einheitlicher Kommentar: “Wir haben uns schlapp gelacht”
Intilligent, vielschichtig und witzig witzig witzig

Comment by Christian Schroeder

ok ok , von mir aus auch intElligent.

Comment by Keksi




Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s



%d bloggers like this: