Annas Weblog


Dissertation Teil 4 – Die perfekte Arbeit…
January 28, 2009, 9:38 pm
Filed under: Diss

… gibt es nicht. Seit Neujahr sitze ich wieder jeden Tag (jeden!) vor dem Rechner und bearbeite die Diss.. Beim morgendlichen Reinlesen stolpere ich über Sätze in der Einleitung, die fern jeglicher Sinnzusammenhänge sind. Viel zu kompliziert formuliert. Viel zu viel Information in einer Zeile. Also ändere ich das.

Dann fällt mir der selbe Fehler in der Methodik auf und ich ändere auch das. Danach stelle ich fest, dass die Karte immer noch nicht drin ist. So langsam sollte ich das auch mal machen. Dann scrolle ich unkontrolliert auf eine Abbildung und mir fällt auf, dass ich das Wort, was ich im Text klein schreibe in der Abbildung groß geschrieben habe. Zeit für den ersten Kaffee.

Mit dem ersten Kaffee (und dem zweiten und dem dritten) lese und korrigiere ich. Lese und korrigiere.

Beim vierten Kaffee trudeln die ersten Korrekturmails ein. Liebe Freunde, die sich meiner erbarmt haben und ein paar Seiten lesen und hinterfragen. Das arbeite ich dann gleich ein. Bin ich damit fertig, ziehe ich mich erstmal an. Raus aus Schlaf T-shirt und Boxershorts, rein … in die Klamotten von gestern: wie sollen sie auch dreckig werden, wenn man zwischen Toaster, Bad und PC pendelt. Das sind allerhöchstens 15 Meter. Es ist Mittag.

Auf zur Diskussion. Ist ein Stichpunkt ausformuliert, wird über EndNote im dazugehörigen .pdf noch einmal nachgelesen. Sind die Studien wirklich vergleichbar? Handelt es sich dabei nicht um ein völlig anderes Segment? Kann man das nicht auch anders interpretieren? Genervt zerwühle ich das ungekämmte Haar. Dann formuliere ich den Absatz. Lese drüber, korrigiere. Nächster Stichpunkt.

Irgendwann gegen drei meldet sich verlegen zum ersten Mal mein Magen. Er hat Hunger und würde gern (wenn ich nichts dagegen hätte) etwas verdauen, sagt er. Ich sage, gleich, und mache weiter. Gegen halb vier meldet sich der Magen lauter. Ich schnappe mir das Paper, das ich gerade lese, gehe zum Kühlschrank und sehe: eine Chinafertigsoße von 2007, eine Rinde Parmesan, Ketchup, zwei schrumpelige Kartoffeln, eine Butterglocke ohne Butter und zwei Gläser Erdbeermarmelade. Da war doch noch was. Richtig. Ich wollte einkaufen gehen. Nee, nicht jetzt. Es läuft doch grad so gut. Joeys Nummer weiß ich mittlerweile auswendig. Das Mittagsmenü gibt’s ab 5,95 mit Cola. “Pizza kommt dann in 20 Minuten.” Super, danke.

Networks, ties and edges, lese ich während ich mir nebenbei die Pizzastücken reinschiebe. Soll ich das wirklich noch anreißen? Ich bin doch schon längst über die Seitenzahl. Keep it simple, stupid. Verdammt. Ob das mein Doktorvater genauso sieht? Further research needs, denke ich und mein Magen denkt, Mmmh.

Gegen sieben werde ich müde. Ich schaue bei Facebook vorbei. Nette Videos Leute. Checke Mails und ach Mist, jetzt habe ich das auch verpasst. Egal. Ich schaue auf YouTube Rocketboom. Geniale Joanne. Dann eine Folge Friends. Dann ein Blogcheck. Schließlich gehe ich wieder zum Kühlschank. Das Bier ist immer noch alle. Nur ist es mittlerweile nach Ladenschluss. Ich ziehe mir Socken und Schuhe an und laufe zur Tanke. Das macht 1,80. Für ein Bier? Tss. Egal. Ich schlurfe nach Hause, picke mir eine DVD raus und schaue James Spader beim argumentieren zu. Sehr amüsant. Dann schlafe ich ein. Am nächsten Morgen wache ich auf, drehe mich um, schlafe ein, wache auf, stehe auf, setze mich an den Rechner, öffne die Diss. und stolpere beim Reinlesen in der Einleitung über Sätze, die fern jeglicher Sinnzusammenhänge sind. Viel zu kompliziert formuliert.Viel zu viel Information in einer Zeile…


1 Comment so far
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Hey Anna,
na, immerhin machen Deine Sätze irgendwo noch Sinn. Ich sitze zwar im Büro an meiner Diss, aber irgendwie gehts mir da wie meinem alten Band-Kollegen. Der dachte immer, wenn er sich ne neue Gitarre kauft, wird das Spielen besser. Auch ich merke langsam, dass mein Geschreibe noch nicht qualitativ ist, auch wenn ich am MPI sitze und neben mir ein “Mathematical economics” Buch liegt. Man müsste es halt mal lesen….
Im Generellen teile ich zwecks Selbsteinschätzung das berühmte Zitat aus der Feuerzangenbowle: “Höddner, sie werden ömmer dömmer!”
Also immer ablenken, mit Bloglesen und Flickr-Seite anschauen: http://www.flickr.com/photos/8292819@N08/
(willkommen im Club der G7-Benutzer ;g)
Also viel Spaß wünsch ich beim Fertigschreiben…und viele Grüße nach Münster.
Mika
PS: der Boulder-Film is großes Kino!

Comment by Mika




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