Annas Weblog


Bei Nacht sind alle Katzen grau
March 2, 2009, 10:22 pm
Filed under: Music | Tags: , , ,

Nur eine nicht:

img_5227

Mieze Katz -Frontfrau und Sängerin von Mia- ist der ewig durchgeknallte, bunte Paradiesvogel, plus eine Prise kindliche Verrücktheit, grenzenlosen Optimismus und einem leichten Dachschaden: sie malt sich neonleuchtend an und grinst unter ihrem Federhaupt in 2.000 Gesichter. Wie Mieze wollen alle sein. Einige Fans im Publikum tragen schon mal solidarisch ein ähnliches Outfit. Aber mal ehrlich: Heißt von denen einer Mieze Katz? – Da klafft doch eine gehörige Lücke im Grad an Zurechnungsfähigkeit.

Ich bin kein großer Mia Fan. Nie gewesen. Seit gestern überlege ich mia das noch mal, zumindest für die Livekonzerte, denn die rocken -im Gegensatz zu den Berliner Synthie-Pieps-Nerv-Gedöns, Klicker-Klackerrythmen und Pappteppichen auf den Alben- gehörig. 100 %, Tanz der Moleküle, Verrückt, Glücksstern … alles sehr schöne live Lieder … auch weil man die Texte nicht immer versteht und die Basedrum so schön im Bauch wummert.

img_5237

Was ich bisher auch noch nicht bemerkt hatte: Mieze hat tolle Oberarme und ein entzückendes Rückendekolleté. Außerdem hat sie so tolle Beine, dass die orthopädischen Knieschützer nichts weiter sind als ein Thomas Gottschalk auf Thomas Gottschalks Couch, wenn dort auch Jennifer Aniston, Andrea Sawatzki und Heike Makatsch sitzen.

img_52171

Mal was riskieren, denkt sich auch Mieze und bittet einen Walzer-tanzenden Westfalen auf die Bühne. Da zum Showgeschäft auch eine ordentliche Portion Erotik gehört (die übrigens an den hautfarbenen Knieschonern abperlt wie der Erkenntniszuwachs an Dieter Bohlen) flirtet sie mit Bennett – so heißt der junge Mann – aber Holla, die Waldfee! Der zeigt sich jedoch gänzlich unbeeindruckt und führt: 1:0 für Münster.

img_5212

Die Basedrum und der breite Musicmanbass-Sound haben es sich in unserer Körpermitte gemütlich gemacht. Zu den Synthies, die vom Band sehr angenehm und deutlich weniger nervig als in den Studioversionen klingen, hüpfen wir ein bisschen auf und ab und schwenken unsere Arme. Mia haben uns angesteckt mit ihrer Energie und vor allem mit der positiven Weltdenke. Ja, wir können was verändern. Ökostrom und so. Und nein, wir werden einfach nicht älter. Wir werden nur noch. Wir werden. Jawohl! Miezes Zahnlücke lädt zum mitlachen ein und unser Gesicht wird ganz rund und froh.

img_5224

Zwei Zugaben später: Immer noch sind alle glücklich, klatschen um den Glücksstern aufzufangen, genießen den Moment an den sie sich später erinnern sollen wenn sie mal traurig sind. Das Leben ist schön und wir sind hier weil wir hier hingehören.

Sind wir nicht alle ein bisschen Mia?






Comments are closed.



%d bloggers like this: