Annas Weblog


Polittalk-Nachhilfe von Frau Kahlweit

Die aktuelle Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung ist ein Knaller. Nicht nur gibt Frau Künast ein Interview, das sich Frau Schwarzer und Frau von der Leyen ausschneiden und über den Herd hängen sollten, auch watscht Frau Kahlweit – bis zum Februar 2008 noch (freiwillige) Redaktionsleiterin der Anne Will Show – die deutsche Polittalk-Landschaft dermaßen ab, dass man meinen könnte, sie wäre nie ein Teil davon gewesen. Schlimmer noch; sie hätte nie ein Teil davon gewesen sein wollen.

Wer hat das jetzt verstanden?

Egal! Kauft die Ausgabe. Es lohnt sich. Wirklich!

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The bike project – part 6
August 29, 2008, 11:53 pm
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Finally done!

… or almost finally. If I got rid of the little Ahead spacer tower, it’d be REALLY done but other than that: I would have almost killed a man in a wheelchair today who was suddenly appearing – and absolutely invisible to the naked eye – behind a parking truck. (I must add, that the man was pushed by an older lady.) In the last split second I pulled over to the left so that his foot only slightly touched my backwheel … and a split second later I was already gone.

Fame and glory, fame and glory … I know!



Die Tagesschau sind auch nur Menschen
August 29, 2008, 10:28 am
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Neben Stevie Wonder und Al Gore unterstütze auch Sheryl Craw den designierten Präsidenten der Vereinigten Staaten Barack Obama auf seinem gestrigen Parteitag in Denver. Craw, die im richtigen Leben unter dem ausgefallenen Künstlernamen Sheryl Crow als Musikerin eine breite Fangemeinde erreicht, warb kürzlich noch dafür, nur ein Blatt Toilettenpapier pro WC-Gang zu benutzen. Sie ist weiterhin als glühende Demokratin und Umweltschützerin bekannt. Ihre Promotion-Tour für Jeep im Jahre 2002 sowie ihre regelmäßige Unterstützung von NASCAR tun der Sache keinen Abbruch.

… but one square of toilet paper is.



Run, Forestle run!
August 28, 2008, 9:37 pm
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O.k. Big fuss about nothing because apparently it’s all over again (and I just made “forestle” my firefox starting page … replacing Google of course). If you “forestle” Google, you reach this site:

… telling you that Google quit its partnership with forestle. I hope it wasn’t me who did the math for Google … because really, what would this tell you about Google? On the other hand: what would this tell you about me?

… puzzled…

However: you wanna know my new firefox starting page? Well, it’s gotta be Znout… . Still, I am wondering how many other search machines POWERED BY GOOGLE there are to make this thing a daily event.

Q: “How often do you change your underwear?”
A: “Well, to be honest, as often as I change my search machine.”

Other than that: I hope you find what you’re looking for wherever you are with whatever tool you use!

Have a good night!



Ecocho leads, Google follows: Forestle offers “green” search
August 28, 2008, 9:32 am
Filed under: Environment | Tags: , , ,

About one year after the establishing of Ecocho, an Internet search machine committed to global carbon exchange through reforestation, Google follows with Forestle. In cooperation with The Nature Conservancy and the Adopt An Acre project, Google helps to restore and maintain threatened natural habitats all over the world by donating all of their income through http://www.Forestle.org “minus administrative costs”.

Every search through Forestle will preserve an area of 0.1m² which is about the size of a piece of paper in A3 format. Because every average Internet user is supposed to carry out around 1.000 Internet searches per year, this would add up to a surface of 100 m² of protected area. Imagine the total protected area surface if every single Internet user would go through Forestle! With 1300 Mio. internet users worldwide this would mean: Google funds 13 Mio. acres (130.000 km²) of protected area – which is about the size of Island. 2 years of Forestle-search and Google funds the Great Barrier Reef completely!

However apparently Google is only interested in forest ecosystems for which reason ever. May they be more catchy in terms of marketing and advertisement “Ooh, yeah – let’s save the rain forest!” or may there be the actual carbon sink issue in the back of their Google heads, which both is great – don’t get me wrong.

But if everybody goes through Forestle from now on: Who will pay for Google?



Zwischen Präventionsarbeit und Bildungsauftrag der Öffentlich-Rechtlichen

DPA, 26.08.2008:

Charlotte Roche probiert für 3sat Berufe aus

“TV-Moderatorin und Besteller-Autorin Charlotte Roche (“Feuchtgebiete”) ist jetzt für den Fernsehsender 3sat aktiv. Vom 1. Oktober an wird die 30-Jährige wöchentlich montags um 23.10 oder um 23.15 Uhr die fünfteilige Reihe “Charlotte Roche unter…” präsentieren.

Darin arbeitet Roche in jeder Folge in einem anderen Beruf: bei einem Bestattungsunternehmen, als Müllwerkerin, als Jägerin […] .

Moment mal. Bestattungsunternehmen? Müllabfuhr? Tiere töten? Genau in dieser Reihenfolge? Haben wir uns das denn auch genau überlegt? Nachdem Harald Schmidt mit Lady Bitch Ray den Wortschatz des ersten Deutschen Fernsehens um viele wertvolle Ausdrücke erweitert – und seien wir doch mal ehrlich: aufpoliert – hat, lassen sich die Dritten nicht lumpen und ziehen mit Charlotte Roche nach. Zur Sendezeit der kuscheligsten Bettdecke darf Charlotte, die wir ja alle lieben und deshalb duzen, Randgruppenberufe ausüben und uns darüber erzählen wie das so ist wenn man eben mal arbeitet, also das tut, was wir – als Generation Praktikum – offensichtlich nicht tun. Für diejenigen, die sich bereits mit dem Gedanken angefreundet haben im achtzehnten Semester “irgendwas-mit-Medien” auf ihrer akademischen Laufbahn zu scheitern, kann das Konzept “Ausbildungsberuf” durchaus relevant sein. Außerdem mögen wir Charlotte und wir trauen ihr weil wir sie schon von früher (=VIVA) kennen.

3sat möchte quasi unsere Nussschale vergrößern, unseren nicht vorhandenen Horizont erweitern und ja, tatsächlich soetwas wie eine Perspektive schaffen. Im entferntsten Sinne geht es also um Prävention. Es soll verhindert werden, dass wir tagein-tagaus nichts anderes tun, als die Medien zu konsumieren und sie meinungs- und haltungslos hinzunehmen. Der Auftrag könnte nicht klarer sein: Charlotte, bring das faule Pack weg von der Mattscheibe und hin zu einem produktiven Beitrag für unser wunderbares System.

Damit ist Charlotte natürlich nicht allein auf weiter Flur. Das Erste hat Harald Schmidt und Oliver Pocher, die am Grundvokabular feilen und damit für die Kommunikation und Pressearbeit im Auftrag “Arbeitskraftmobilisierung” zuständig sind. Daneben dümpelt das im Politressort angedockte, leckgeschlagene Schlachtschiff “Anne Will” mit zerrissener Takelage im ARD Hafen der Bildungs- slash Unterhaltungsprogramme. Da Frau Will (nein, sie duzen wir nicht) eher für Konsequenzen als für Prävention ist und es aus dem Wald bekanntlich herausschallt, wie man hinein ruft, quittierte kürzlich ihr Fanclub seinen Dienst; freilich kein Untergang … und ein anderes Thema. Neben Frau Will gab neulich auch Sarah Kuttner ihr Debut im Bildungsauftrag der Öffentlich-Rechtlichen. Sarah, die wir ebenfalls von früher kennen und deshalb duzen, bringt uns bei wie man Kleinanzeigen liest … und dass man überhaupt erst einmal Kleinanzeigen lesen sollte weil es dort von Arbeitsangeboten wimmelt, für die man keine Ausbildung braucht. Weg von der Mattscheibe … .

Das ZDF dagegen widmet sich nun gänzlich der Zielgruppe 65plus und somit der Unterhaltung der deutschen Bundesbürger in ihren letzten Lebensjahrzehnten. Würden diese Gebührenzahler nach einem aufregenden Bingoabend den Fernseher der Seniorenresidenz einschalten und im Dritten hängen bleiben, könnten sie eventuell eine sympathische, junge Frau mit Zahnlücke vor einem Krematorium entdecken, die nicht nur anschaulich das Berufsbild des Bestatters erklärt sondern auch die Funktionsweise eines Hochofens.

Insofern ist ja doch für jeden etwas dabei.



Geteiltes Leid ist halbes Leid
August 25, 2008, 11:58 am
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Aber ein geteilter Bildschirm ist kein halber Bildschirm … . Wie die Privatsphäre in der Deutschen Bahn durch einen Sitznachbarn verlustig gehen kann und welche Auswirkungen die Neugier des anderen auf die eigene Konzentrationsfähigkeit, Rechtschreibung und Kreativität hat:

Weil ich ein ordentliches Paket an Wochenendarbeit und zeitgleich einen Kurzurlaub in der Heimat geplant hatte und weil ich des öfteren Anzugträger in den Abteilen der Deutschen Bahn beobachte, die regelmäßig auf ihren Notebooks mit Zahlen jonglieren, dachte ich “Das probierste jetzt auch mal aus.” An die Stelle der üblichen Bahnlektüre rückte also mein Laptop. Ich wollte dieses Mal nicht mehr konsumieren sondern selbst die Arbeitsatmosphäre nutzen, die sogar an den Wochenenden in deutschen Zugabteilen herrscht und meinen Artikel für das Kulturressort schreiben. Voraussichtlich 12 Stunden Fahrzeit. 6 hin. 6 zurück. “Na, aber locker doch.”

Ich steige also am Freitag in meinen IC und bin schon beim ersten Blick in das Großraumabteil glücklich einen Sitzplatz reserviert zu haben. An meinem neuen, mobilen Arbeitsplatz sitzen auch drei Fastabiturienten mit ihren Notebooks auf dem Weg zur Games Convention –  das Anliegen von ca. 2/3 aller Reisenden im IC Allgäu.

Ich klappe meinen Rechner auf und merke, dass 4 Laptops niemals auf diesen winzigen Tisch passen. Meine drei Tischnachbarn sietzen mich mittlerweile und räumen mir Platz ein. Eine der wenigen Situationen, indenen sich mein “Alter” mal auszahlt.

Egal, ich grabe in meinen Unterlagen, verteile diese auf meinem Schoß und beginne mit dem Teil des Artikels, den ich schon im Kopf habe. Als ich dann von meinem Nachbarn gefragt werde, wo denn diese Stadt sei über die ich schreibe, beginnt eine längere Diskussion. Schließlich entschuldige ich mich, klinke mich aus und versuche mich auf meinen Bildschirm zu konzentrieren. Dort stehen immer noch die 12 Zeilen Artikelende. Es vergehen 10 Minuten, 20 Minuten, 25 Minuten. Meine Kreativität muss irgendwo in Bielefeld verloren gegangen sein. Ich entscheide mich Stichpunkte aufzuschreiben. Manchmal klappt das und man kann daraus Sätze formulieren. Aber meine Rechtschreibung ist offensichtlich in Minden ausgestiegen. Bis nach Leipzig schaffe ich noch 5 Worte: die Überschrift. Und das war’s.

Für die Rückfahrt nehme ich mir vor mich nicht ansprechen zu lassen. Schon in Leipzig habe ich einen 120 kg schweren, Schweißperlen mit dem Taschentuch von der Stirn abtupfenden und schwer atmenden Mann neben mir, der selbstverständlich beide Armlehnen einnimmt. Er findet meinen Artikel genauso interessant wie der Fastabiturient von der Hinfahrt und starrt unverblümt auf meinen Bildschirm. Schreibe ich zwei Worte, liest er sie. Lösche ich sie, wiegt er seinen Kopf hin und her. So geht das Spiel bis Hannover. Er steigt um. Ich atme kurz auf.

2 Minuten später kommt ein Dichtungsanlageningenieur mit goldenem D&G Glitzershirt hinzu. Er liest seine Betriebsanleitung für Dichtungsringe an Windkraftanlagen. Ich konzentriere mich. Sobald meine Finger auf der Tastatur klickern, schaut er auf meinen Bildschirm. So geht das nicht. Ich klappe den PC zu, nehme mir ein Buch und konsumiere. Entweder ist ein kreativer Text etwas anderes als eine Exceltabelle oder ich muss mich einfach daran gewöhnen, dass unbekannte Menschen am Entstehungsprozess meiner Arbeit teilnehmen.

Fakt ist: ich kann so nicht arbeiten!